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Italian higher education for international students
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Tertiärer Bildungsbereich
Hochschulen: Definitionen und Merkmale

Staatliche Universitäten

Die staatlichen Universitäten sind öffentliche Einrichtungen, die völlige wissenschaftliche, didaktische, organisatorische und finanzielle Selbständigkeit im Rahmen der Grundsätze der italienischen Verfassung und der Gesetze der Italienischen Republik genießen.
Dank der Universitätsautonomie kann jede Universität ihre eigenen Satzungen und Regelungen herausgeben, die vom Rektor erlassen werden. Am heutigen Stand der Verwirklichung der so genannten "Reform von Bologna" haben alle Universitäten ihre eigenen Satzungen zur selbständigen Verwaltung festgelegt und bereits angewendet. Diese Dokumente werden von den Verwaltungsorganen jeder Universität und ihren Lehr- und Forschungseinrichtungen aufgesetzt. Die obersten Verwaltungsorgane sind der Rektor, der Akademische Senat und der Universitätsrat.

  1. Der Rektor ist der Präsident des Akademischen Senats und des Universitätsrats und trägt die Verantwortung für die allgemeine Verwaltung der Dienste und der Einrichtungen der Universität. Der Rektor erlässt Richtlinien für die gute Durchführung der akademischen Aktivitäten, ist für den Bereich der Unterrichtsfächer verantwortlich, schließt Abkommen mit Dritten und plant die Tätigkeit des Lehr- und Forschungskörpers. Der Rektor ist der gesetzliche Vertreter der Universität und wird aus den beamteten Universitätsprofessoren gewählt.
  2. Der Akademische Senat ist ein Orientierungs-, Planungs- und Koordinationsorgan. In seine Verantwortungsbereiche fallen die Oberaufsicht für die didaktischen Aktivitäten sowie die Forschung und die Genehmigung der Universitätsordnungen. Der Senat wird vom Rektor, von den Dekanen und anderen Mitgliedern der akademischen Gemeinschaft zusammengestellt, die gemäß der in den Universitätsstatuten festgelegten Bestimmungen gewählt werden.
  3. Der Universitätsrat beschäftigt sich mit der allgemeinen Haushaltsverwaltung der Universität und mit ihrer finanziellen Planung, d. h. er ist für die Genehmigung des Haushaltes und für die Verwaltung des Personals zuständig. Die Mitglieder des Rats sind der Rektor, der Verwaltungsleiter und weitere Vertreter der akademischen und der unternehmerischen Gemeinschaft. Sie werden gemäß den in den Universitätsstatuten festgelegten Bestimmungen gewählt.

Die Universitäten erreichen ihre Lehr- und Forschungsziele durch spezifische Einrichtungen wie Fakultäten, Studiengänge, gesamtuniversitäre Institute, Institute und Serviceeinrichtungen.

  1. In den Fakultäten wird die mit der Lehre und dem Lernen verbundene Tätigkeit in den verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen koordiniert. Je nach Fach bestimmen die Fakultäten die Kurse und ihre Gestaltung. Des Weiteren sind sie für die Zustimmung des Arbeitsaufwands der Professoren und der Forscher zuständig, damit eine bestmögliche Organisation der Kurse und die Freiheit der Lehre gewährt werden kann. Die Fakultät wird vom Fakultätsrat und vom Dekan verwaltet.
  2. Die gesamtuniversitären Institute fordern und koordinieren die Forschungstätigkeit der Universität und berücksichtigen dabei stets so gut es geht die Freiheit des Lehrkörpers. Jedes Institut schließt ein oder mehrere Forschungsbereiche ein, die einander hinsichtlich Zweck und Methoden ähnlich sind. Hier werden auch die Aktivitäten der entsprechenden Einrichtungen organisiert und koordiniert. Das Institut ist für die Einrichtung von Doktoratstudiengängen in verwandten Fächern und für die Durchführung von Forschung und Fachberatung für außeruniversitäre Organisationen gemäß eigens darauf ausgerichteten Verträgen und Abkommen zuständig. Die Konferenz und der Vorstand des gesamtuniversitären Instituts leiten die Organisation der Aktivitäten der gesamtuniversitären Institute.
  3. Die Institute spielen in der Lehre und Forschung in verwandten wissenschaftlichen Bereichen eine Rolle und werden durch die Konferenz und den Vorstand des Instituts verwaltet.
  4. ie Serviceeinrichtungen werden in der Regel von den Universitäten oder von den einzelnen Fakultäten bereitgestellt, um allgemeinen Interessen entgegenzukommen.

Die Universitäten können auch Institute oder Konsortien mit der Beteiligung anderer Universitäten oder privater bzw. öffentlicher Organisationen zur Erreichung gemeinsamer Ausbildungsziele gründen. Es können auch Forschungszentren oder gesamtuniversitäre Serviceeinrichtungen eingerichtet werden: Die Forschungszentren sind in bedeutenden wissenschaftlichen Bereichen tätig, während letztere für die Verwaltung und die Nutzung von komplizierten technischen Geräten zuständig sind, die von verschiedenen Fakultäten oder Instituten an derselben Universität benutzt werden.
Abgesehen vom Prinzip der Einheit der Lehre unterteilt sich der Lehrkörper in zwei verschiedene Kategorien, die das gleiche Niveau an Freiheit der Lehre und Forschung gewährleisten.

  • Ordentlicher Professor oder „Professor ersten Niveaus“
  • Außerordentlicher Professor oder „Professor zweiten Niveaus“
Zum Lehrkörper gehören auch folgende Mitarbeiter:
  • Forscher,
  • Universitätsassistenten (eine aussterbende Kategorie),
  • Vertragsprofessoren.
Der Zugang zu diesen Stellen wird durch öffentliche Ausschreibungen geregelt, die je nach Kategorie unterschiedlich sind.

Schließlich werden Forschungstätigkeiten auch von Forschungsstipendiaten und Empfängern von Postdoc-Stipendien sowie von in ein Doktoratsstudium oder an einer Spezialisierungsschule eingeschriebenen Stipendiaten durchgeführt, während sie Seminare oder Vorlesungen besuchen.

Nicht-staatliche, gesetzlich anerkannte Universitäten

Die nicht-staatlichen Universitäten können durch Erlass des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung anerkannt werden. Die gesetzliche Anerkennung erfolgt nach einer sorgfältigen Bewertung der Statuten, des organisatorischen Modells, des Haushaltes, der Lehr- und Forschungseinrichtungen etc. und sieht vor, dass die jeweilige nicht-staatliche Hochschule sich an die gültige nationale Universitätsgesetzgebung anpasst. Vorausgesetzt, die anerkannten nicht-staatlichen Universitäten halten sich an dieselben Prinzipien und Kriterien wie die staatlich anerkannten Universitäten, sind die von ihnen verliehenen akademischen Titel mit den von staatlich anerkannten Universitäten verliehenen Titeln gleichgestellt. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Hochschuleinrichtungen sind die Finanzierungs- und die Verwaltungsmethoden.

Technische Universitäten

Im Bereich des italienischen Hochschulsystems werden als Technische Universitäten nur jene Universitäten bezeichnet, die ihre didaktische Tätigkeit und Forschung ausschließlich im Rahmen der Fakultäten für Ingenieurwissenschaften und Architektur ausführen. Die technischen Universitäten folgen demselben Verwaltungsmodell wie die staatlichen Universitäten.

Ausländeruniversitäten

Die Ausländeruniversitäten sind staatliche Institutionen, die in der Lehre und Forschung auf die Verbreitung und Entwicklung der italienischen Sprache, Literatur und Kultur spezialisiert sind.

Exzellenzzentren für Studierende: Scuole e Istituti Superiori mit Sonderordnung

Die italienischen Scuole oder Istituti Superiori mit Sonderordnung stellen eine Art Hochschuleinrichtung dar, die in Deutschland unbekannt ist. Es sind akademische Einrichtungen mit Sonderordnungen, die auf Forschung spezialisiert sind. Ihr Angebot besteht meistens, aber nicht ausschließlich, aus Kursen des dritten Zyklus, dessen erfolgreicher Abschluss dem italienischen Doktorat (Dottorato di Ricerca) gleichgestellt ist.

Fernuniversität

Die vom Staat gesetzlich anerkannte Fernuniversität bietet Studiengänge und akademische Titel an, die jenen der traditionellen Universitäten gleichgestellt sind.