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Study in Italy
Italian higher education for international students
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Außeruniversitärer Bereich
Definitionen und Merkmale der Institute

Institute für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM)

Das italienische System für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung besteht aus Kunstakademien, der Nationalen Akademie für Schauspielkunst, der Nationalen Tanzakademie, den Hochschulen für Kunstindustrie, Konservatorien und gleichgestellten Musikschulen.
Das Gesetz Nr. 508 vom 21. Dezember 1999 hat eine Reform der künstlerischen Ausbildung eingeführt, die diesen Bereich der fachlichen Hochschulausbildung gleichgestellt hat.
Durch den Erlass des Staatspräsidenten (DPR) Nr. 132 vom 28. Februar 2003 wurden die Institute für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung als selbständig anerkannt, mit eigenen Statuten, Regelung und Verwaltung. Mit dem nachfolgenden Erlass Nr. 212 vom 8. Juli 2005 wurden die allgemeinen Kriterien der didaktischen Selbständigkeit der Institutionen für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung festgelegt: Die italienischen Universitäten sollten sich dem Drei-Zyklen-Modell anpassen, das schon europaweit infolge der Bologna-Erklärung eingeführt wurde. Ein neues Leistungspunktesystem ist in Kraft getreten, zusammen mit einem neuen einheitlichen europäischen Zertifikat, bekannt als Diplomzusatz oder Diploma Supplement, das gleichzeitig mit den neuen akademischen Diplomen eingeführt wurde.

Infolge der so genannten "Reform der AFAM-Institute" wurden die Institute für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung auf ein höheres Niveau erhoben, weshalb sie heute "Universitäre Einrichtungen" genannt werden, auch wenn sie immer noch außeruniversitäre Einrichtungen bleiben und den Terminus "Universität" ihrem Titel nicht beifügen können. Sie bieten die folgenden Ausbildungskurse an:

  • Studiengänge des ersten Zyklus: Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz der italienischen oder einer ausländischen Hochschulreife, die vom jeweiligen Institut anerkannt wird. Die Studenten werden nach erfolgreichem Bestehen einer sehr anspruchsvollen Aufnahmeprüfung zum Studiengang zugelassen. Die Absolventen, die nach 3 Jahren 180 Leistungspunkte gesammelt haben, erwerben ein "akademisches Diplom ersten Niveaus" (DA1);
  • Studiengänge des zweiten Zyklus: Zulassungsvoraussetzungen sind der Besitz eines akademischen Diploms ersten Niveaus (DA1) oder eines Bachelor-Diploms (Laurea triennale), das von einer italienischen oder von einer vom Institut anerkannten ausländischen Universität verliehen wurde. Die Studenten, die die Aufnahmeprüfung bestehen, müssen 2 Jahre lang Veranstaltungen besuchen und 120 Leistungspunkte sammeln, um ein "akademisches Diplom zweiten Niveaus"(DA2) zu erwerben.
Im Rahmen der gültigen nationalen Gesetzgebung sind die AFAM-Institute dazu verpflichtet, neben Studiengängen des ersten und des zweiten Zyklus auch weitere Kurse des dritten Zyklus einzurichten, die auch Doktorate und die Verleihung von entsprechenden akademischen Titeln einschließen sollten.

Was den gesetzlichen Wert der AFAM-Diplome betrifft, so ist das DA1 dem Bachelorgrad bzw. der Laurea triennale gleichgestellt und gewährleistet den Zugang zum Magisterstudium oder zu den Kursen des zweiten Zyklus. Die während der alten Studienordnung vor der Reform der AFAM-Institute verliehenen Diplome wurden dem Bachelorgrad und dem heutigen DA1 gleichgestellt Weitere Informationen über das AFAM-System sind auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) auf der an AFAM gewidmete Seite zu finden: Um einen Studiengang auszuwählen besteht die Möglichkeit, die Online-Datenbank des Ministeriums über das Studienangebot der AFAM-Institute auf "Studenti stranieri" zu konsultieren.

Kunstakademien

Die Kunstakademien stammen aus der italienischen Renaissance, als sich die Versammlungen von Humanisten und Künstlern in den italienischen Großstädten wie Neapel, Florenz, Rom und Mailand verbreiteten. Im Gegensatz zu den anderen literarischen bzw. wissenschaftlichen Hochschulen wurden die Akademien mit einer bestimmten künstlerischen Ausprägung bzw. mit dem Ziel, Maler, Dekorateure, Bildhauer, Bühnenbildner und Architekten auszubilden, gegründet.
Heutzutage befinden sich die Kunstakademien in den wichtigsten italienischen Städten und unterteilen sich in staatliche und nicht-staatliche, jedoch gesetzlich anerkannte Akademien. Im Rahmen des gültigen Gesetzes haben sie Status von Rechtspersonen und genießen völlige Selbständigkeit im Bereich Erlassung der Statuten, Lehre, wissenschaftliches Angebot, Verwaltung und Finanzen. Beide Arten von Kunstakademien haben gemeinsame Grundziele, wie die Erteilung einer Ausbildung höheren Niveaus, die Förderung der Forschung in den verschiedenen Fachbereichen der Bildenden Kunst, die Bereitstellung einer passenden Vorbereitung auf die berufliche Praxis der künstlerischen Berufe und die Schaffung von Kunstwerken.
Nach der Reform des Bildungssektors haben die Akademien ihr Lehrangebot beträchtlich erweitert: Diplome ersten und zweiten Niveaus sind bereits aktiviert worden und in einigen Fällen sind auch Forschungskurse in den verschiedenen künstlerischen Bereichen eingeführt worden.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung werden die staatlichen und die nicht-staatlichen Kunstakademien aufgelistet.

Hochschulen für Kunstindustrie (ISIA, Istituti Superiori per le Industrie Artistiche)

Der Ursprung der Hochschulen für Kunstindustrie geht auf nicht allzu lange Zeit zurück: Das Projekt ihrer Gründung wurde in den 70er Jahren durch die Eröffnung von vier Hochschulen in Faenza, Florenz, Rom und Urbino verwirklicht. Die Institute von Florenz und Rom sind im Bereich Industriedesign spezialisiert, die Hochschule in Urbino hingegen ist der visuellen Kommunikation gewidmet. Das ISIA in Faenza fördert die regionale Tradition des Töpferhandwerks und konzentriert sich auf Ausbildung und Forschung im Bereich der auf Keramik angewandten Technologien.
Am Anfang waren die ISIA-Institute darauf ausgerichtet, technische Zeichner und Planer für im Güter- und Dienstleistungsbereich tätige Unternehmen beruflich auszubilden. Nach der Einführung der AFAM-Reform infolge des Bologna-Prozesses haben die Hochschulen für Kunstindustrie ihre Kurse vollständig neu strukturiert und ihre akademischen Programme ausgebaut.
Wie auch alle anderen Hochschulen, die zu den Institutionen für Musik-, Kunst- und Tanzausbildung gehören, sind die ISIA-Hochschulen als Rechtspersonen anerkannt und genießen völlige Selbständigkeit im Bereich Erlassung der Statuten, Lehre, wissenschaftliches Angebot, Verwaltung und Finanzen.
Zulassungsvoraussetzung ist das Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Heutzutage bieten die Hochschulen für Kunstindustrie Kurse des ersten und zweiten Zyklus an und verleihen die entsprechenden akademischen Diplome ersten und zweiten Niveaus. Weitere Arten von Studiengängen wie postgraduale Lehrgänge im Bereich Kunst-, Musik- und Tanzausbildung sowie Forschungstätigkeiten sind in der Planungsphase.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung werden die Adressen der vier Institute mit den entsprechenden Webseiten aufgelistet.

Nationale Akademie für Schauspielkunst Silvio D’Amico (ANAD, Accademia Nazionale di Arte Drammatica "Silvio D'Amico")

Die Nationale Akademie für Schauspielkunst ist eine staatliche Einrichtung, die im Jahr 1936 gegründet wurde und dessen Hauptziel es ist, die Schauspielkunst durch die Ausbildung von Schauspielern und Regisseuren zu fördern, mit besonderer Berücksichtigung der künftigen Lehrerausbildung. Wie alle anderen Institute für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM) wurden auch die Kurse der Nationalen Akademie für Schauspielkunst nach dem Modell des Bologna-Prozesses reformiert. Die Zulassung zu den Kursen des ersten Zyklus ist durch eine öffentliche Aufnahmeprüfung für Studenten zwischen 18 und 25 Jahren geregelt. Für die Kurse der Akademie besteht Anwesenheitspflicht. Das Studium des ersten Zyklus dauert 3 Jahre und verleiht insgesamt 180 Leistungspunkte. Das Curriculum sieht sowohl allgemein bildende als auch technische Fächer vor, die spezifisch für den ausgewählten Studiengang (Schauspielen oder Regie) sind. Die Kurse des zweiten Zyklus sind ähnlich gegliedert: Sie dauern 2 Jahre und verleihen 120 Leistungspunkte. Die Nationale Akademie für Schauspielkunst organisiert auch so genannte Fach-Ausbildungskurse, die auch Weiterbildungskurse einbeziehen.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) finden Sie die vollständige Adresse der Nationalen Akademie: ANAD. Weitere Informationen über die Nationale Akademie für Schauspielkunst und die dort angebotenen Aktivitäten sind auf der Akademie Silvio D’Amico Webseite zu finden.

Nationale Tanzakademie (AND, Accademia Nazionale di Danza)

Die Nationale Tanzakademie ist eines der ersten Institute, das sich an die Reform des Hochschulsystems des Jahres 1999 angepasst hat und aus dem ein Institut für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung geworden ist. Neben den traditionellen Techniken der Statik und der Bewegung des menschlichen Körpers werden an der Nationalen Tanzakademie auch die modernen Techniken der Harmonie und der Eurhythmie gelehrt.
Nach der Reform des Jahres 1999 bietet die Akademie Kurse des ersten und zweiten Zyklus zur Ausbildung von Tänzern, Choreographen und Tanzlehrern. Am Ende der Kurse werden die entsprechenden akademischen Diplome erteilt.
In Italien ist die Nationale Tanzakademie das einzige Institut für die Lehre der Tanzkunst, das zugelassen ist, Diplome ersten und zweiten Niveaus zu verleihen. Die Akademie bietet auch verschiedene Begleitaktivitäten wie Seminare, Konferenzen und Fortbildungskurse an.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) finden Sie die vollständige Adresse der Nationalen Tanzakademie: AND.
Weitere Informationen sind auf der Nationale Tanzakademie Webseite zu finden.

Musikkonservatorien und gleichgestellte Musikschulen

Die Musikkonservatorien sind Institute für die Lehre der Musik nach alter Tradition und dank der Qualität und des hohen Niveaus der hier angebotenen Ausbildung haben sie sowohl in Italien als auch im Ausland immer einen guten Ruf genossen. Die Musikkonservatorien sind staatliche Einrichtungen, während die gleichgestellten Musikschulen nicht-staatlich sind und somit vom Staat nicht anerkannt werden. Die gesetzliche Anerkennung erfolgt nach einer komplizierten Bewertungsprüfung, die die grundsätzlichen Merkmale der Musikkonservatorien mit denjenigen der Musikschulen gemäß gültigem Gesetz vergleicht. Die Anerkennung wird für jedes Institut durch einen Erlass des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) festgelegt.
Vor der Reform des Jahres 1999 boten Musikkonservatorien und gleichgestellte Musikschulen Kurse mit einer sehr langen Dauer (von 5 bis zu 10 Jahren) an, die auch die anfängliche Musik- Hochschulausbildung (mindestens 4 Jahre) einbezogen. Nach Inkrafttreten der Reform gehören die Musikkonservatorien und die gleichgestellten Musikschulen zu den Instituten für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM). Wie alle anderen Institute des AFAM sind sie Rechtspersonen und genießen völlige Selbständigkeit im Bereich Erlassung der Statuten, Lehre, wissenschaftliches Angebot, Verwaltung und Finanzen.
Ziel der Musikkonservatorien und Musikhochschulen ist die Förderung der Ausbildung zahlreicher Kategorien von Musikern auf akademischem Niveau: von Komponisten bis hin zu auf eines oder mehrere Instrumente spezialisierte Solisten, von Opernsängern bis hin zu Dirigenten. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung von entsprechenden Aktivitäten für die Komposition von Musik und zur Unterstützung der Forschung in allen Bereichen der musikalischen Ausbildung und Lehre.
Die vollständigen Listen der italienischen Musikkonservatorien und der gleichgestellten Musikschulen sind auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) zu finden.

Hochschulen für Musik- und Tanzausbildung

Das ist der Name, der von den reformierten Musikkonservatorien und den gleichgestellten Musikschulen gemäß Reformgesetz im Bereich Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM) angenommen wurde.

Hochschule für Tanzausbildung

Das ist der Name, der von der reformierten Nationalen Tanzakademie gemäß Reformgesetz im Bereich Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM) angenommen wurde.

Technische Universitäten für Kunst (Politecnici delle Arti)

Das Reformgesetz der Kunst-, Musik- und Tanzausbildung (AFAM) stellt die mögliche Gründung der so genannten "Technischen Universitäten für Kunst" vor. Sie sind als Konsortien von im Bereich der Kunst und Musik tätigen Instituten und Universitäten gedacht, die wegen ihrer geographischen Nähe oder aufgrund ähnlicher Ziele daran interessiert sind, ihre Studiengänge in einer Perspektive der ständigen Zusammenarbeit zu integrieren.

Experimentelles Zentrum für Filmwissenschaft (CSC, Centro Sperimentale di Cinematografia)

Das experimentelle Zentrum für Filmwissenschaft zählt zu den Instituten für Höhere Ausbildung und Forschung im Bereich Filmwissenschaft und verwandte Fächer, auch wenn es nicht zu den Instituten für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung gehört.
Das Zentrum ist auch als Nationale Schule für Filmwissenschaft bekannt, ist als Rechtsperson anerkannt und hat den gesetzlichen Status einer privaten Stiftung.
Hauptziele des Zentrums für Filmwissenschaft sind die Entwicklung der filmischen Kunst und Technik sowie die Förderung der Filmproduktion. Das Zentrum konzentriert sich auch auf die Ausbildung von zukünftigen Mitarbeitern der Filmindustrie im Bereich Kino, Fernsehen und audiovisuelle Mittel.
Um die oben genannten Ziele zu erfüllen organisiert das Zentrum Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Fortbildungskurse und fördert die Forschung und die Entwicklung in allen verwandten Bereichen. Das Zentrum beschäftigt sich auch mit der Wiederverwendung und der Restaurierung des nationalen filmischen Erbes.
Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz der italienischen Hochschulreife oder eines gleichgestellten ausländischen Hochschulabschlusses und das Bestehen einer sehr selektiven nationalen Aufnahmeprüfung, zu der auch ausländische Studenten zugelassen sind, die die italienische Sprache beherrschen. Die Bewerber müssen je nach ausgewähltem Kurs zwischen 18 und 24-26 Jahre alt sein.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Zentrums für Filmwissenschaft.

Institut für theoretische und angewandte Übersetzungswissenschaft (SSML, Scuole Superiori per Mediatori Linguistici)

Hauptziel der Institute für theoretische und angewandte Übersetzungswissenschaft ist es, den Studenten eine Ausbildung höheren Niveaus anzubieten, sowohl in allgemein bildenden Fächern als auch im Bereich der Fremdsprachen: Neben Italienisch werden zwei Sprachen und die dazugehörigen Kulturwissenschaften gelehrt. Außerdem sind die SSML auf die Entwicklung spezifischer sprachlicher und technischer Fähigkeiten, sowohl mündlich als auch schriftlich, ausgerichtet, damit diese von den Studenten in der Arbeitspraxis des ausgewählten Spezialisierungsbereichs (Übersetzung oder Dolmetschen) verwendet werden können.
Die Institute für theoretische und angewandte Übersetzungswissenschaft stammen aus der Reform der ehemaligen Hochschulen für Dolmetscher und Übersetzer (SSIT, Scuole Superiori per Interpreti e Traduttori), die sich neu organisiert haben und ihre Studienordnungen an die Vorschriften des Ministerialerlasses (MIUR) Nr. 38 vom 10. Januar 2002 angepasst haben. Die heutige Struktur der Kurse stimmt mit der des Bachelorstudiums der 3. Klasse des Studiengangs für theoretische und angewandte Übersetzungswissenschaft überein. Die dreijährigen Kurse der SSML verleihen 180 Leistungspunkte und die verliehenen Diplome sind dem Bachelorgrad gleichgestellt. Mit den Diplomen der Institute für theoretische und angewandte Übersetzungswissenschaft können Studenten an den Magisterstudien (LS, Laurea Specialistica) des Studiengangs 39/S Konferenzdolmetscher und 104/S Literarische oder Technisch-Wissenschaftliche Übersetzung zugelassen werden.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) finden Sie die vollständigen Adressen und Webseiten aller SSML in Italien.

Institute/Schulen für Psychotherapie

Die Institute bzw. Schulen für Psychotherapie sind private Einrichtungen, die vom Ministerium für Bildung, Universität und Forschung anerkannt wurden und die seit ihrer Anerkennung Spezialisierungskurse in angewandter Psychologie und Psychotherapie anbieten.
Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz eines Diplomgrades (DL, Diploma di Laurea) in Psychologie der alten fünfjährigen Studienordnung bzw. nach der Universitätsreform des Jahres 1999 eines Magistergrades (LS, Laurea Specialistica) des Studiengangs 58/S für Psychologie. Außerdem müssen die Kandidaten die staatliche Prüfung zur Erlangung der Berufsbefähigung (Teil A der Berufsliste) bereits bestanden haben.

Die Inhaber eines gleichgestellten ausländischen akademischen Titels in Psychologie können auch zu diesen Instituten zugelassen werden, vorausgesetzt, sie haben bereits die Berufsbefähigung im Heimatland erlangt.
Ziel der an diesen Instituten gelehrten Kurse ist es, den eingeschriebenen Studenten eine geeignete Ausbildung für die Berufspraxis des Psychologen zu verleihen, gemäß der in Italien und im Ausland anerkannten Methoden und Ausrichtungen sowohl in theoretischer als auch in kultureller Hinsicht. Die Kurse dauern vier Jahre und erfordern einen Arbeitsaufwand von 1.600 Stunden, die in theoretische und praktische Unterrichtseinheiten unterteilt sind und Zeit für individuelles Studium nicht einschließen. Die Abschlussprüfung sieht die Verteidigung einer schriftlichen Arbeit vor. Am Ende jedes Kurses und nach der Abschlussprüfung wird ein Diplom verliehen, das den Kandidaten zur Berufspraxis befähigt.
Die Diplome, die von den vom MIUR anerkannten Instituten/Schulen verliehen werden, wie zum Beispiel das Diplom in kognitiver Psychologie, sind den Spezialisierungsdiplomen des dritten Zyklus (DS, Diploma di Specializzazione di 3 ciclo) in Psychologie oder in verwandten Fächern gleichgestellt, die von den italienischen Universitäten verliehen werden.
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR) finden Sie die vollständigen Adressen aller Institute und Schulen für Psychotherapie.

Hochschule für Archivistik, Paläographie und Urkundenlehre

Die Hochschulen für Archivistik, Paläographie und Urkundenlehre sind staatliche Einrichtungen akademischen Niveaus, die vom Ministerium für das kulturelle Erbe und für kulturelle Veranstaltungen (Abteilung Archivistik und Bücher) verwaltet werden.
Hauptziele dieser Hochschul-Kategorie sind die akademische und berufliche Ausbildung von Archivaren und Paläographen sowie die Förderung der Forschung in verwandten Bereichen. Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz einer italienischen oder einer gleichgestellten ausländischen Hochschulreife und das erfolgreiche Bestehen einer Prüfung über die Kenntnisse der lateinischen Sprache. Wegen der begrenzten Anzahl an Plätzen müssen die Studenten eine Aufnahmeprüfung bestehen, die alle zwei Jahre durch eine öffentliche Ausschreibung veröffentlicht wird. Die zweijährigen Kurse, für die Anwesenheitspflicht besteht, bestehen aus theoretischem und praktischem Unterricht. Am Ende des Studiengangs findet eine dreiteilige Abschlussprüfung mit zwei schriftlichen und einem mündlichen Teil statt. Der Diplomtitel lautet: Diplom in Archivistik, Paläographie und Uhrkundenlehre.
Die Schulen befinden sich bei den Staatsarchiven in Bari, Bologna, Bozen, Cagliari, Florenz, Genua, Mantua, Mailand, Modena, Neapel, Palermo, Parma, Perugia, Rom, Turin, Triest und Venedig. Weitere Informationen finden Sie auf die Hochschulen für Archivistik, Paläographie und Urkundenlehre Webseite.

Militärakademie und Führungsakademie der Polizia di Stato

Zulassungsvoraussetzung für die Militär- und Polizeiakademien ist der Besitz einer Hochschulreife und das erfolgreiche Bestehen der öffentlichen Ausschreibungen, die von den zuständigen Ministerien veröffentlicht werden.
Die Führungsakademie der Polizia di Stato (Scuola Superiore di Polizia) dient der Ausbildung der Offiziersanwärter der Polizei. Vor September 2006 war der geläufige Name der Führungsakademie "Fachhochschule der Polizia di Stato" (Istituto superiore di Polizia).

Die Kräfte der Polizia Penitenziaria (auf Deutsch etw. Gefängnispolizei) werden beim Istituto superiore per gli studi penitenziari (auf Deutsch etw. Fachhochschule für Justizvollzug) in Rom ausgebildet. Die staatlichen Forstbehörden (Corpo delle Guardie Forestali dello Stato) werden in der Fachhochschule der staatlichen Forstbehörden (Scuola del Corpo Forestale dello Stato) ausgebildet, die bis zum Jahr 1995 "Schule für Offiziersanwärter und Förster" (Scuola per allievi sottufficiali e guardie forestali) hieß. Auch für diese Schulen brauchen die Kandidaten eine Hochschulreife und müssen die Prüfungen der öffentlichen Ausschreibung bestehen.
Sowohl die Militärakademien als auch die Führungsakademien der Polizia di Stato und die Fachhochschulen der staatlichen Forstbehörden bieten Kurse akademischen Niveaus an mit Fächern wie Wirtschaft und Verwaltung, Ingenieurswissenschaft und Politikwissenschaft. Diese Kurse können von den italienischen Universitäten im Rahmen der angebotenen Studiengänge in verwandten Bereichen anerkannt werden, so dass die jeweiligen Bildungswege zum entsprechenden Studienabschluss verkürzt werden können.

Institute für die Erhaltung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut

In Italien gibt es eine Reihe von Instituten bzw. Schulen, die darauf ausgerichtet sind, die Erhaltung und die Restaurierung des nationalen künstlichen und kulturellen Erbes zu fördern. Diese Institute gehören nicht zu den Einrichtungen für Kunst-, Musik- und Tanzausbildung und unterliegen nicht der Verantwortung des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung (MIUR), sondern der Oberaufsicht und der Koordination des Ministeriums für das kulturelle Erbe und für kulturelle Veranstaltungen. Sie bieten eine postsekundäre Ausbildung, die stark praxisorientiert ist.
Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz einer italienischen oder einer ausländischen Hochschulreife. Der entscheidende Faktor für die Aufnahme in diesen Instituten ist die berufliche Erfahrung im Spezialisierungsbereich des jeweiligen Institutes.
Wegen der begrenzten Anzahl an Plätzen müssen die Kandidaten eine Aufnahmeprüfung oder eine öffentliche Ausschreibung bestehen, um zu den Kursen zugelassen zu werden.
Im Folgenden werden die bekanntesten Institute dieses Bereichs beschrieben.

Zentralinstitut für Restaurierung (ICR, Istituto Centrale per il Restauro)

Das Zentralinstitut für Restaurierung in Rom verleiht das Diplom "Restaurator des künstlerischen Erbes" (Restauratore dei beni culturali). Das Studium dauert vier Jahre: In den ersten drei Jahren werden die Grundlagen der Restaurierungskunst vermittelt, während das letzte Jahr auf der Spezialisierung fokussiert. Die Kurse bestehen aus theoretischen und praktischen Teilen und die Aufnahme erfolgt nach Bestehen einer öffentlichen Ausschreibung, die in verschiedene Prüfungen gegliedert ist. Die ausländischen Kandidaten müssen auch eine Prüfung über die Kenntnisse der italienischen Sprache ablegen.
Weitere Informationen finden Sie auf Zentralinstitut für Restaurierung Webseite.
Weitere Informationen stehen zur Verfügung auf Ausbildungstätigkeiten des Institutes Webseite.

Schule für Mosaikrestaurierung

Die Schule für Mosaikrestaurierung mit Sitz in Ravenna arbeitet mit dem Zentralinstitut für Restaurierung in Rom zusammen. Ihr Ziel ist unter anderem die Ausbildung von hochspezialisierten Mosaikrestauratoren. Das Studium dauert vier Jahre und ist in theoretischen und praktischen Unterricht gegliedert, der in den Werkstätten der Schule stattfindet.
Die Kandidaten werden nur nach Bestehen einer öffentlichen Ausschreibung zugelassen, die für italienische und ausländische Studenten zwischen 18 und 30 Jahren zugänglich ist.
Weitere Informationen finden Sie auf der Schule Webseite.

Restaurierungsschule "Opificio delle Pietre Dure" und -werkstätten

Die Restaurierungsschule "Opificio delle Pietre Dure" (Werkstatt der harten Steine) in Florenz ist in der Forschung der Restaurierung von Kunstwerken tätig. Die an der Schule angebotenen Kurse dauern drei Jahre, wobei sich jeder Kurs auf verschiedene Fachbereiche konzentriert, wie zum Beispiel Material aus Stein, Mosaik, Terrakotta, handgefertigte Metallprodukte, Schmuckstücke, Bronze, alte Waffen, Möbelstücke und Schnitzereien, Vergoldungen und vielfarbige Holzskulpturen, Wandmalerei, Papier und Textilien wie Arazzi und Stoffe.
Weitere Informationen finden Sie auf die Schule "Opificio delle Pietre Dure" Webseite.
Weitere Informationen über Kurse in den verschiedenen Fachbereichen sind auf den folgenden Webseiten aufgeführt: Restauro

Zentralinstitut für die Pathologie des Buchs "Alfonso Gallo"

Unter der Oberaufsicht des Ministeriums für das kulturelle Erbe und für kulturelle Veranstaltungen ist die Hauptaktivität des Zentralinstitutes für die Pathologie der Bücher die Forschung und die technische Koordination für die Erhaltung und Restaurierung der Bücher.
Das Institut unterstützt die Forschung und die Ausbildung: In seinen Werkstätten arbeiten sowohl italienische als auch ausländische Praktikanten. Für die nahe Zukunft plant das Institut die Eröffnung eines hochspezialisierten zweijährigen Kurses, der ausschließlich Studenten vorbehalten ist, die bereits einen Bachelorgrad in Erhaltung und Schutz des Kulturerbes erworben haben.
Weitere Informationen finden Sie auf des Instituts Webseite.

Stiftung für die Erhaltung und Restaurierung von Büchern

Hauptziele der Stiftung sind die Förderung der Kultur zur Erhaltung und Restaurierung von Büchern und geschichtlichen Dokumenten. Es werden zweijährige Kurse angeboten, deren Zulassung durch eine Ausschreibung geregelt ist, die allen EU-Staatsangehörigen der EU (max. 15) unter 25 Jahre offen steht. Die Kandidaten müssen im Besitz eines italienischen oder eines gleichgestellten ausländischen Titels sein. Zulassungsvoraussetzungen sind gute schriftliche und mündliche Kenntnisse der italienischen und der englischen Sprache, Grundkenntnisse in Latein sowie in Chemie und Physik.
Am Ende des zweijährigen Grundkurses werden die Studenten zu einem einjährigen fortgeschrittenen Fortbildungskurs (Perfektionskurs) zugelassen mit dem sie eine Bestätigung der spezialisierten Ausbildung in Restaurierung von Büchern und geschichtlichen Dokumenten (Bestätigung der Fortbildung) erhalten können.
Weitere Informationen finden Sie auf der Stiftung Webseite.

Schulen und Kurse der Höheren Technischen Bildung - HTB (Istruzione e Formazione Tecnica Superiore IFTS)

Die Kurse der Höheren Technischen Bildung (IFTS) wurden mit dem Gesetz Nr. 144 vom 17. Mai 1999 gegründet und gliedern sich in verschiedene "Bildungswege". Die Institute haben das Ziel, Berufsbilder auf postsekundärer Ebene auszubilden, die auch als "Spezialisierte Techniker" bezeichnet werden, damit sie die Anforderungen des privaten und öffentlichen Arbeitsmarkts erfüllen können.
Die "Bildungswege" richten sich normalerweise an Jugendliche, die eine Hochschulreife besitzen, können aber auch von berufstätigen Erwachsene, die eine berufliche Umschulung wünschen, besucht werden. Die Kurse dauern zwischen 2 und 4 Semestern, umfassen zwischen 1.200 und 2.400 Stunden und ihr Aufbau kann je nach den Bedürfnissen der einzelnen Studenten angepasst werden.
Viel Bedeutung wird dem Erwerb von beruflichen Fähigkeiten durch praktische Übungen beigemessen, die im Rahmen der nationalen Standards und mit geeigneten Methoden und Fächern erreicht werden. Zum Beispiel ist es Pflicht, ein Praktikum bei einem Unternehmen zu absolvieren, das 30% der Gesamtstunden des Kurses ausmacht. Die HTB-Kurse werden in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Bauwesen, Unternehmen, Informationstechnik, Transport und Tourismus angeboten.
Weitere Informationen und die vollständigen Listen der in den verschiedenen Bereichen angebotenen Kurse sind auf der HTB Webseite zu finden.

Regionale Schulen für Berufsausbildung (FPR, Scuole di Formazione Professionale Regionale)

Der außeruniversitäre Bereich bietet interessante Ausbildungsmöglichkeiten wie die Regionale Berufsausbildung, die zur Entwicklung neuer Berufsbilder bzw. zur Umschulung berufstätiger Erwachsener entstanden ist, um den wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht zu werden.
Die regionale Ausbildung wird vom Staat sowie durch den Europäischen Sozialfond (ESF) finanziert und ihre Studienprogramme werden mit Hilfe des Ministeriums für Arbeit und den italienischen Regionen zusammengestellt. Die Kurse sind stark praxisorientiert und umfassen theoretische und praktische Fächer, wobei letztere viel wichtiger sind. In europäischer Hinsicht stimmt diese Art von Ausbildung mit den postsekundären Kursen und Titeln, den so genannten VET (Vocational Education and Training) überein.
Zulassungsvoraussetzung ist der Besitz eines italienischen oder eines gleichgestellten ausländischen Diploms der Allgemein Bildenden Höheren Schule (vom 6. bis zum 9. Schuljahr). Außerdem organisieren die Regionen auch eine Reihe von Ausbildungsaktivitäten wie die regionale postsekundäre Berufsausbildung für Jugendliche bzw. Erwachsene, die die Hochschule abgeschlossen haben und Hochschulreife besitzen.
Die von der regionalen Ausbildung verliehenen Abschlüsse werden "Bestätigungen" genannt. Eine der bekanntesten Bestätigungen der postsekundären Ausbildung ist die "Bestätigung über die berufliche Qualifikation", die den Studenten mit Hochschulreife bei Kursende erteilt wird. Die "Bestätigung über die berufliche Spezialisierung" ist hingegen nur jenen Studenten vorbehalten, die bereits über eine Bestätigung über die berufliche Qualifikation oder über einen gleichgestellten Titel in einem verwandten Fachbereich verfügen. Die oben genannten Bestätigungen haben für den Zugang zum Arbeitsmarkt gesetzliche Gültigkeit.